Frankfurter Buchmesse 2007

14 10 2007

Gestern war ich das erste Mal seit längerem wieder auf der Frankfurter Buchmesse – und es war fast wie immer: Unglaublich viele Leute, riesige Messehallen, die der Kondition schon psychologisch schwer zusetzten, viele Aussteller und ganz ganz viele Bücher. Dazwischen auch immer wieder Autorenlesungen – die einen vor 50, die anderen vor 10 Zuhörern und einer sogar vor keinem. Mutig lehnte er am Rednerpult vor dem Stand seines Verlages und las volltönend, aber zunehmend schneller aus seinem Buch vor – nur Interesse fand er damit bei den vorbeihastenden Menschenmassen kaum (was vermutlich weniger am Autor als am ungünstigen Standort des Verlags lag – kann ich aber nicht mit letzter Sicherheit sagen, denn auch wir sind vorbeigehastet 😉 ). Insgesamt hat mich das ganze Ambiente doch reichlich an die Beschreibung von Buchheim in Walter Moers „Stadt der Träumenden Bücher“ erinnert. Ob Moers (eigentlich natürlich Hildegunst von Mythenmetz) da nicht vielleicht auch umgekehrt beim Schreiben die Frankfurter Buchmesse vor Augen hatte?

Irgendwie abstrus erschienen uns auch die vielen seltsam oder wahlweise wenig bekleideten Jugendlichen – schon im Zug nach Frankfurt fielen sie ziemlich auf und auch auf der Buchmesse selbst liefen sie einem ständig über den Weg. Nach längerem Rätseln konnten wir dann herausfinden, dass es sich hierbei um Cosplayer handelt, die an der Big-in-Japan-Cosplaymeisterschaft teilnahmen, welche jedes Jahr im Comicteil der Buchmesse stattfindet. Es geht dabei darum, sich wie ein Comic-Held anzuziehen und im Fall der Buchmesse dienten japanische Comics (Mangas genannt) als Vorbilder. Naja, wem es gefällt.

Inhaltlich konnte ich mal wieder viele neue Anregungen bezüglich lesenswerter Bücher aufnehmen (die Frage, wann ich eigentlich die Zeit habe diese in diversen Verlagsprogrammen markierten Bücher zu lesen, drängt sich mir erst heute so langsam auf). Allerdings ist mir sachbuchtechnisch sehr deutlich aufgefallen, dass man zwar unendliche Mengen an Lesestoff aus der Geschichte, der Germanistik bzw. Literaturwissenschaft, der Philosophie und der Theologie finden konnte, Pädagogik, Soziologie und mit Einschränkungen Psychologie waren aber durchaus unterrepräsentiert. Eine Beobachtung, die ich mir auch mit Blick auf ein Hauptthema der Buchmesse – Bildung – kaum erklären kann.

 

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