Neuer KLJB-Werkbrief

27 11 2008

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Motivation – bewegen und bewegen lassen

Taschenbuch, 112 Seiten

hg. von der Landesstelle für die kath. Landjugend Bayerns, München 2008.

ISBN-13: 978-3-936459-28-9

bestellbar unter: www.landjugendshop.de, werkmaterial(at)kljb-bayern.de

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Beim neuesten Werkbrief aus der KLJB Bayern – Schmiede geht es mal nicht um ein direkt religiöses Thema. Für die (Jugend-)pastoral ist es aber nichts desto trotz immer wieder extrem wichtig: Motivation.

Motivation kommt vom lateinischen „movere“ – sich bewegen. Und das ist durchaus passend: Wenn ich motiviert bin, bewege ich mich. Nicht umsonst heißt der Untertitel des Werkbriefs „Bewegen und bewegen lassen“. Allerdings meint „motivieren“ nicht einfach „irgendwie bewegen“, sondern ein „bewegen zu …“, „motiviert sein zu …“, „Lust haben auf …“. Motivation ist immer zielgerichtet, eine (gedankliche oder körperliche) Bewegung auf ein ganz bestimmtes Ziel hin. Rein psychologisch betrachtet ist es dabei im Gegensatz zum alltagssprachlichen Gebrauch sogar ziemlich egal, ob es sich um ein positives (z.B. „Ich möchte eine KLJB-Ortsgruppe gründen“) oder ein negatives Ziel („Ich möchte den Posten meines Chefs – egal wie!“) handelt. Motivation ist erst einmal neutral zu betrachten, auch – das machen die Beispiele in Klammern deutlich – weil die Ansicht darüber, ob ein Ziel nun positiv oder negativ zu bewerten ist, durchaus unterschiedlich sein kann. Eine derartige Bewertung eines Ziels ist im Übrigen auch schon ein Motivationsfaktor, also eine Komponente (unter anderen), der darüber entscheidet, ob wir oder andere motiviert sind.

Sich selbst und andere zu motivieren, das ist auch in der kath. Jugendpastoral immer wieder Thema – und oft alles andere als einfach. In diesem Werkbrief wollen wir deshalb zu einigen Feldern, in denen Motivationsarbeit eine große Rolle spielt, praxisorientierte Tipps geben. Ganz konkret werden wir die Themenbereiche behandeln:

  • Sich für eine Sache begeistern
  • Werbung als Motivationsarbeit
  • Für Verantwortung begeistern
  • Für thematische Inhalte begeistern

Wir erheben also nicht den Anspruch, das Thema Motivation auch nur annähernd in seiner Gänze zu behandeln. Auch haben wir nicht versucht, die Vielzahl an Motivationstheorien, die es insbesondere in der Psychologie gibt, zu diskutieren. Wir wollen stattdessen vor allem Methoden und Tipps an die Hand geben, wie man sich selbst und andere in der Jugendarbeit ganz konkret motivieren kann bzw. wie man herausfinden kann, was denn eigentlich für einen selbst bzw. für die jeweilge Zielgruppe überhaupt motivierend ist. Die Motivationstheorien, die hin und wieder in Textkästen zwischengeschaltet sind, stehen dementsprechend zwar in losem Zusammenhang zu ihrem jeweiligen inhaltlichen Umfeld, wollen darüber hinaus aber auch einen ersten Einblick in die weitverzweigten Vorstellungen über Motivation geben.





Aufbruch in neue pastorale Räume – Gemeinde entsteht durch Beziehungsräume, nicht durch geographische Begrenzungen

26 11 2008

In Hardehausen bei Paderborn fand am 21./22. November das dritte Symposion zur Pastoral auf dem Land statt. Für mich insbesondere deshalb eine spannende Geschichte, weil ich vor ca. zehn Monaten ins Vorbereitungsteam eingestiegen bin. Im Reigen der Veranstalter KLJB und KLB mit ihren Geschäftsstellen auf Bundesebene und in Bayern sowie dem Verbund der Katholischen Landvolkshochschulen hatte ich quasi die Rolle des Vertreters der KLJB Bayern. Zielsetzung des Symposions war es zunächst, eine gute Plattform der Vernetzung für all diejenigen zu schaffen, denen an einer Weiterentwicklung der Landpastoral gelegen ist.  Entscheidende Impulse konnten wir darüber hinaus wohl mit dem diesjährigen Thema „Gottes Räume – Räume der Menschen“ setzen, bei dem es uns letztendlich darum ging, die Ansätze des sog. „spatial turn“ in den Kultur- und Sozialwissenschaften für die (Land-)Pastoral fruchtbar zu machen. Dazu legte uns zunächst Franz Schregle, Referent für Gemeindeentwicklung in der Diözese Augsburg, sein Konzept „landschaftlicher Seelsorge“ dar. Ausgehend von den raumsoziologischen Überlegungen Martina Löws sowie von erfahrungsbezogenen Ansätzen in der Pastoral zeigte er, dass eine zeitgemäße Vorstellung von Räumen, in denen wir uns als Menschen bewegen, neben einem stabilen auch einen relationalen Raumbegriff braucht. Raum sei nicht nur eine geographische Größe, sondern entstehe vor allem durch Beziehungen zu anderen Menschen oder zu bestimmten Orten und somit durch soziale und kulturelle Prägungen. Darüber hinaus sei der Bezug zu bestimmten Räumen ein dynamischer und wechselvoller. Es brauche daher sowohl stabile Orte der Pastoral, in denen sich Menschen mit ihrem Glauben beheimatet fühlen können, als auch pastorale Angebote, die auf fließende und unstete Räume eingehen. Schregle rief daher dazu auf, die vom II. Vatikanum betonte Kategorie der „Zeichen der Zeit“ zu erweitern und in der jeder Pastoral notwendigerweise zugrundeliegenden Gesellschaftsanalyse nach den „Zeichen der Zeit und des Raum“ zu forschen. Eine der zentralen Ergebnisse der Tagung war dabei die Erkenntnis, dass Pfarreien leider allzu oft als geschlossene „Container“ erscheinen, in denen bestimmten Menschen und Ereignissen ein fester Platz zugewiesen wird. Allerdings ist das heutige Leben oft durch räumliche Bewegung und Prozesse der Veränderung geprägt. Dass dabei neue Glaubensorte entstehen und wieder verschwinden, sei in der Pastoral bisher aber noch kaum beachtet. Ähnliches gilt wohl auch für die neuen medialen Räume des Internet. Wie schwer man sich mit deren Erschließung nach wie vor tut, zeigte sich nicht zuletzt in einigen Tagungsbeiträgen, die eine grundsätzlich negative Konnotation dieser Räume nur mühsam kaschieren konnten. Den Rest des Beitrags lesen »





Die Deutschen – die letzte Folge

25 11 2008

Gerade ist die letzte Folge der ZDF-Serie “Die Deutschen” zu Ende gegangen. Und offensichtlich enden auch die prägenden Ereignisse deutscher Geschichte im Jahr 1918. Allerdings will ich hier keine überzogene Kritik an der Auswahl der dargestellten Episoden der deutschen Geschichte anbringen – da kann man immer unterschiedlicher Meinung sein. Vielleicht wäre es aber wirklich besser gewesen, einfach mehr als zehn Teile herzustellen und so den Zwang zur Reduktion etwas zu verringern. Exemplarisches Beispiel für diese Problematik war wohl wirklich diese letzte Folge: In 45 Minuten Wilhelmisches Zeitalter, Erster Weltkrieg und Revolution von 1918 ist schon ein bisschen viel. Insbesondere Letztere kam wie so oft und wie im kollektiven Gedächtnis der Deutschen im Allgemeinen doch arg kurz. Und dabei haben wir es hier doch mit der Gründung der ersten deutschen Demokratie zu tun. Doch aufgrund des unglücklichen Verlaufs der hier entstandenen Weimarer Republik scheint auch ihr Gründungsakt derart in Veruf geraten zu sein, dass man ihn letztendlich als nationale Identitätsstiftung nachhaltig negiert hat.

Ich finde es im Übrigen bemerkenswert, dass mit der Serie “Die Deutschen” tatsächlich der Versuch unternommen wurde, eine nationale kulturelle Erinnerung zu befördern, die jenseits des Nationalsozialismus und des damit verbundenen vorwiegend negativen Gedächtnisses liegt. Die Art und Weise der Vermittlung empfand ich dabei als hervorragend und dem Medium Fernsehen sowie den heutigen Sehgewohnheiten angemessen, v.a. da sich die Serie trotz Bildgewalt durchaus zumeist um eine differenzierte Sicht bemüht und insbesondere in den früheren Jahrhunderten überwiegend Formulierungen verwendet, die deutlich machen, dass hier keine unzweifelhafte Wahrheit sondern eine aus Quellen konstruierte Sicht der Vergangenheit vorgestellt wird. Zugegeben hätte man das noch ein bisschen deutlicher machen können und z.B. durch Darstellung anderer Interpretationen der Vergangenheit die Gegenwartsgebundenheit einer Vergangenheitsperspektive noch klarer machen können. Einer Identitätsbildung durch Erinnerung wäre das natürlich abträglich.





Innovative Bibelarbeit

17 11 2008

Eine Fotolovestory aus einer biblischen Geschichte? Die Idee zu dieser Veranstaltung war auf der Sommer-Klausur des erweiterten Landesvorstandes der KLJB Bayern entstanden. Wir suchten nach kreativen Möglichkeiten, um die mögliche Aktionsbreite des aktuellen Projektes „K gewinnt“ darzustellen. Und letzte Woche war es nun so weit: Teilnehmer/-innen aus vier verschiedenen Diözesen kamen ins Landjungendhaus nach Dipbach, setzten sich mit verschiedenen biblischen Liebesgeschichten auseinander und entschieden sich letztendlich für die Umsetzung der tragischen Erzählung von Simson, der Liebe und Versuchung erliegt und dadurch Kraft und Augenlicht einbüßt, bevor er diese in einem letzten Akt des Gottvertrauens wieder gewinnt. Ich muss zugeben, diese Geschichte war im Vorfeld nicht mein Favorit und ich hatte doch selbst ein paar Zweifel, ob die Story genug hergibt, ohne dass es ziemlich schnell ziemlich platt wird. Schließlich waren die Methoden, die ich zur Erschließung des Textes vorschlug, für mich auch relativ neu.

Aber die Teilnehmer/-innen überraschten mich. Nach einer intensiven Einzelarbeit am Text kam es schon am Freitag Abend zu interessanten und tiefgehenden Diskussionen bis tief in die Nacht. Und so konnten wir am Samstag dann durch mehrere Runden der Perspektivierung (die Teilnehmenden versuchten sich in die unterschiedlichen Personen der Geschichte hineinzuversetzen und die Geschichte aus deren Perspektive nachzuerzählen und schließlich in ihren Rollen ins Gespräch zu kommen) die grundsätzlicheren menschlichen Erfahrungen (Erfahrungen mit sich, mit anderen, mit Gott) hinter der Geschichte erschließen und eine erste Umsetzungsidee entwickeln, die im Folgenden noch konkretisiert wurde. Anschließend entwickelten wir ein Storyboard mit passenden Dialogen und stellten Überlegungen zu Kostüm und Requisite an. So entstand Schritt für Schritt eine neue Version. Diese sieht Simson als Bäcker, der, von der verführerischen Delilah eingewickelt, um das Geheimnis seines Erfolges gebracht und somit ruiniert wird – das Ende allerdings ist wie im biblischen Original ein halbwegs versöhnliches. Mit viel Kreativität und Enthusiasmus widmeten sich die Teilnehmer/-innen der Umsetzung und konnten so am Ende des Wochenendes auf ein beeindruckendes Ergebnis blicken: Eine Fotolovestory mit 18 Bildern. Diese soll auch der Öffentlichkeit präsentiert werden und erscheint daher im Frühjahr sowohl in der nächsten LandSicht, als auch auf der Projekthomepage www.k-gewinnt.de. Ihr dürft also gespannt sein!








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