Vor mittlerweile drei Jahren habe ich in meinem Studienschwerpunkt „Mittelalterliche Geschichte“ eine Magisterarbeit mit dem Titel „Rechter Rang und Rechter Platz. Das Verhältnis von Rangordnung und Sitzordnung im Mittelalter“ verfasst.
Ich bin dabei von der in meinem Studium gewonnenen Beobachtung ausgegangen, dass neuere historische Arbeiten unter dem zunehmenden Einfluss kulturwissenschaftlicher Forschungen die außerordentliche Bedeutung des Rangs und der Rangwahrung für das Verständnis und das Funktionieren vormoderner Gesellschaften betonen. Die Positionierung im Raum wird dabei sowohl als Spiegel wie auch als Konstituens des Ordnungsgefüges begriffen, wobei es derzeit noch als offen gelten muss, ob überzeitliche anthropologische Gegebenheiten oder kulturspezifische Ausdrucksformen handlungsleitend waren.
Exemplarisch habe ich in meiner Magisterarbeit die außerordentliche Bedeutung der Platzierung am bevorzugten rechten Ort in der hochmittelalterlichen Gesellschaft (Schwerpunkt im 11.-14. Jahrhundert) untersucht. Ausgehend von zum Teil blutigen Rangstreitigkeiten um die Behauptung eines bevorzugten Sitzplatzes, habe ich versucht die Funktion der Selbstinszenierung deutlich zu machen. Dabei konnte ich in Ergänzung älterer Forschungen zu den oral strukturierten Gesellschaften des Mittelalters aufzeigen, dass derartige Rangstreitigkeiten nicht nur bei illiteraten, intellektuell eher einfach strukturierten Fürsten, sondern vor allem und gerade in gebildeten, geistlich-kirchlichen Zusammenhängen begegnen.
Als Fallstudien habe ich – in chronologischer Reihung – schwerpunktmäßig die Gesandtschaft des Bischofs Liutprand von Cremona an den byzantischen Hof im Jahr 968, die Frankfurter Synode von 1027, den Goslarer Rangstreit von 1062/63, das Mainzer Hoffest Friedrichs I. Barbarossa (1184), das Krönungsmahl Rudolfs von Habsburg im Jahr 1273 und die Bestimmungen der Goldener Bulle (1356) eingehender untersucht.
Die Einleitung der Studie kann hier als pdf heruntergeladen werden. Wer Interesse an der gesamten Arbeit im pdf-Format hat, möge sich bitte per E-Mail (siehe Bio) an mich wenden.


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