Puh, nach zwei stressigen Wochen komme ich nun endlich mal wieder dazu, auch etwas für meinen Blog zu schreiben. Grund des ganzen Stresses und Höhepunkt der letzten Wochen war dabei eindeutig die Landesversammlung der KLJB Bayern von Christi Himmelfahrt bis letzten Sonntag. Die erste, die ich als Referent mitgemacht habe.
Mit in der Spitze 120 Leuten tagten wir vier Tage lang im Bildungshaus des Klosters Roggenburg in der Diözese Augsburg. Ein hervorragend renoviertes Haus mit viel Platz, einem schönen Ambiente und ruhiger Umgebung – nicht zu vergessen das unglaublich hilfsbereite und flexible Personal.
Um das Haus in Besitz zu nehmen und alles rechtzeitig aufzubauen waren wir von der Landesstelle schon einen Tag früher angereist als die Delegierten und werkelten dementsprechend den ganzen Mittwoch Nachmittag und Donnerstag Vormittag mit Hochdruck vor uns hin, bevor schließlich die Teilnehmer anreisten und das eigentliche Programm begann. An den folgenden Tagen wechselten sich Gremiensitzungen, Studienteile und Partys an den Abenden und in der Nacht dann munter ab – eine tolle Sache, nur dass das Ganze natürlich auch jemand vorbereiten und organisieren musste und das waren zu einem guten Teil wir Referenten.
Als Theologischer Bildungsreferent war ich – schon fast naturgemäß – am intensivsten mit dem Studienteil „K gewinnt“ befasst. In zwölf Workshops konnten die Teilnehmer dabei ihren Glaubensfragen nachgehen. Vor allem der Gesprächskreis „Glaube und Kirche“ mit einem Gast, der bewusst aus der Kirche ausgetreten ist, seinem (christlichen) Glauben aber dennoch eine wichtige Rolle für sein Leben zuschreibt, fand regen Zulauf. Aber auch in den anderen Gesprächsworkshops kam es zu interessanten Diskussionen. So wurden etwa unter dem Titel „Christentum und Judentum“ das Verhältnis, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Religionen beleuchtet. Der Workshop zur Ökumene befasste sich mit Fragestellungen rund um die verschiedenen Konfessionen. Die Teilnehmer interessierten hier insbesondere die Gründe für die aktuell nicht mögliche Überwindung der Grenzen zwischen den christlichen Glaubensrichtungen. Am Ende eines jeden Workshops stand schließlich die Erkenntnis, dass man wohl über jede der aufkommenden Fragen auch gut und gerne einen je eigenen Studienteil hätte veranstalten können. Getreu dem Ansatz des Projekts „K gewinnt“ wurden aber wohl auf jeden Fall viele Anknüpfungspunkte zum eigenen Weiterdenken und -beschäftigen geschaffen. Daneben konnten sich die Delegierten auch an eher praktischen Zugangsmöglichkeiten erproben. So gab es etwa einen Kreativworkshop zum Gestalten von T-Shirts mit „Glaubensslogans“, eine Gebetswerkstatt und eine Schreibwerkstatt zu Glaubenszeugen. Etwas Entspannung bot der Meditationsraum mit Texten und Bildern zum Thema „Glaube ist …“.
Zum Abschluss des Studienteils hatte jeder Delegierte unter der Überschrift „Glaube ist für mich ein Gewinn, weil …“ die Möglichkeit, eine Postkarte an den neuen Münchner Erzbischof Marx zu gestalten. Diese werden wir als Gesamtpaket Erzbischof Marx zukommen lassen und damit aufzeigen, wie Jugendliche in der KLJB sich intensiv und kreativ mit Glaubensfragen und dem Bezug zwischen ihrem Glauben und ihrem Leben auseinandersetzen.
Neben dem Studienteil verabschiedete die Versammlung auch noch einen Antrag zum „K – Profil“ der Landjugend. In diesem Antrag ging es darum, die in den letzten Jahren gewonnenen Positionen der KLJB im religiösen Bereich in einem grundlegenden Antrag zusammenzufassen. Darin wird die KLJB als Teil der katholischen Kirche begriffen, der dazu beiträgt, diese kritisch und innovativ mit zu gestalten. In der KLJB werde der christliche Glaube als positive Kraft für das eigene Leben erfahrbar. Die KLJB versteht ihre Arbeit dabei im Sinne des Synodenbeschlusses „Ziele und Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit“ als Dienst an jungen Menschen (Diakonia).
Man sieht: Schon allein im religiösen Bereich war einiges geboten. Und auch im politischen Sektor konnte sich diese Landesversammlung sehen lassen: Unter den Auspizien der Landtagswahl im kommenden September in Bayern hatten wir Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien plus ÖDP und Freie Wähler eingeladen. Einen ganzen Nachmittag hatten die Delegierten Gelegenheit sich mit den Politikern in Kleingruppen über ihre Fragen und über die Positionen der KLJB in den Bereichen Bildung, Migration, Klimawandel und Entwicklung des ländlichen Raumes (beschlossen am Landesausschuss I/2008 ) auszutauschen. Dass dieser Termin dabei von den Parteien mit einer gewissen Wichtigkeit versehen wurde, konnte man nicht zuletzt an der Tatsache erkennen, dass für die CSU Landwirtschaftsminister Miller anwesend war.
Es ist klar, dass es neben diesen inhaltlichen Schwerpunkten noch einiges mehr zu erzählen gäbe. Dann aber würden vermutlich die letzten Leser ob der Länge des Postings streiken und da ich das nicht will, bleibt mir nur noch das Fazit: Schön war es und wieder einmal habe ich bestätigt bekommen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich mich vor gut einem halben Jahr für diesen Posten entschieden habe.
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